REIF / TP7 – Rückverfolgbarkeit

Jährlich werden in Deutschland ca. 11 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet, da diese nicht mehr für den Verzehr geeignet sind oder aus anderen Gründen nicht verkauft werden können. Dadurch entstehen den beteiligten Unternehmen nicht nur wirtschaftliche Verluste, sondern auch Umwelt und Klima werden unnötigerweise belastet. Das Ziel des Projekts REIF–Resource-efficient, Economic and Intelligent Foodchain –ist es, durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) die Verschwendung von Lebensmitteln drastisch zu reduzieren. Ein besonderes Augenmerk des Projekts liegt auf einer ganzheitlichen Optimirungsstrategie über mehrere Wertschöpfungsstufen und -partner hinweg.

Der Ansatz von REIF, interoperable Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen, richtet sich auf die Nutzung offener Standards, um Objekte, die für Lieferketten relevant sind, sichtbar zu machen.

Im Rahmen des Teilprojektes „Rückverfolgbarkeit“ wurden folgende Definitionen als Grundlage für die Ausarbeitung einer Wertschöpfungsstufen übergreifenden Produktrückverfolgbarkeit identifiziert:

Rückverfolgbarkeit ist ein Geschäftsprozess, mit dem jeder Rückverfolgbarkeitspartner die direkte Quelle und den direkten Empfänger einer rückverfolgbaren Einheit identifizieren kann.​

Diese rückverfolgbare Einheit kann ein Produkt oder eine Logistikeinheit sein. Die Implementierung eines Rückverfolgungssystems innerhalb einer Lieferkette erfordert, dass alle Beteiligten den physischen Produktfluss mit dem Informationsfluss über sie verknüpfen. Durch die Verwendung von Standards für Rückverfolgbarkeitsprozesse wird eine Einigung über die Identifizierung der rückverfolgbaren Elemente sichergestellt. Dies unterstützt die Sichtbarkeit und Kontinuität von Informationen in der gesamten Lieferkette.​  Die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette ist das Nettoergebnis zweier sich ergänzender Geschäftsprozesse, die als externe und interne Rückverfolgbarkeit bezeichnet werden

Externe Rückverfolgbarkeit:

  • Alle rückverfolgbaren Elemente müssen eindeutig identifiziert werden, und diese Informationen werden zwischen allen betroffenen Lieferkettenpartnern geteilt. Die externe Rückverfolgbarkeit für die Fleisch- und Geflügelindustrie basiert hauptsächlich auf Schlachtkörpern sowie der Kartonebene der Produkthierarchie. Eine Verknüpfung zwischen allen Produkten jeder Hierarchieebene und der Produktebene des Versands muss aufrechterhalten werden. Die Identifizierung aller Produkte zum Zwecke der Rückverfolgbarkeit erfordert daher mindestens:​
    • ​Die Zuweisung einer eindeutigen Identifikationsmöglichkeit (bspw. GTIN); und die Zuordnung einer Person (Produktionsdatum / Seriennummer) oder Chargen- / Chargencode
    • Die Zuweisung einer eindeutigen logistischen Identifikation (bspw. Serial Shipping Container Code), wenn der rückverfolgbare Artikel eine Logistikeinheit ist. Diese kann auch verwendet werden, um den rückverfolgbaren Artikel als Eingabe für den Produktionsprozess zu identifizieren.​
  • Um die externe Rückverfolgbarkeit aufrechtzuerhalten, müssen den Handelspartnern rückverfolgbare Artikelidentifikationsnummern auf Produktetiketten und zugehörigen Papier- oder elektronischen Geschäftsdokumenten mitgeteilt werden. Dies verbindet die physischen Produkte mit den Informationsanforderungen, die für die Rückverfolgbarkeit erforderlich sind. ​

Interne Rückverfolgbarkeit:

  • Die Prozesse, die die interne Rückverfolgbarkeit ermöglichen, werden von den Parteien innerhalb ihrer Organisation unterhalten, um die Identität der Rohstoffe mit den fertigen Waren zu verknüpfen.​
  • ​Wenn ein Produkt mit anderen kombiniert, verarbeitet, neu konfiguriert oder neu verpackt wird, muss das neue Produkt eine eigene eindeutige Produktkennung (bspw. GTIN) haben. Die Verbindung zwischen diesem neuen Produkt und seinen ursprünglichen Eingaben muss beibehalten werden, um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.​
  • ​Wenn ein Rückverfolgbarkeitselement erstellt wird, muss es der spezifischen Produktionscharge / -charge zugeordnet werden.​
  • ​Das Etikett mit der Chargen- / Chargenidentifikation des rückverfolgbaren Eingangsartikels sollte auf der Verpackung verbleiben, bis der gesamte rückverfolgbare Gegenstand verbraucht ist. Dieses Prinzip gilt auch dann, wenn der rückverfolgbare Artikel Teil einer größeren Verpackungshierarchie ist. Bitte beachten Sie die Abbildung unten. Abbildung einfügen.

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